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VHS: Demokratische Orte des Lernens

Die Volkshochschulen verstehen sich seit ihrer Gründung als demokratische Orte des sozialen und politischen Lernens. Das Programmangebot des Fachbereichs „Politik – Gesellschaft – Umwelt“ umfasst sowohl politische, soziale, ökonomische, ökologische, rechtliche als auch geschichtliche, psychologische und pädagogische Themen. Bildung für nachhaltige Entwicklung, Umweltbildung und Globales Lernen sind wesentliche gesellschaftliche Aufgaben. Ein besonderer Stellenwert kommt dabei der politischen Bildung zu, die weder Belehrung noch Parteipolitik verfolgt und die allgemeines Engagement für demokratische Werte, Menschenrechte und gegen Fundamentalismus fördert. In den angebotenen Lernräumen können Urteilsfähigkeit und Handlungskompetenzen erfahren und entwickelt werden. Die Volkshochschulen halten hier ein breites Angebot zur Information, Diskussion und zum aktiven Handeln vor.

Die Veranstaltungen sind geprägt durch offenen Gedankenaustausch zwischen engagierten Menschen, in sachlichen und kontroversen Diskussionen, zur gemeinsamen Erarbeitung von Kenntnissen und Hintergrundinformationen, mit spannenden und kreativen Methoden.

Der Präsident des Deutschen Städtetages, Michael Lewe: „Die Volkshochschulen können wirksam dazu beitragen, Aufklärungsarbeit gegen Rassismus und Diskriminierung zu leisten, die Demokratie zu fördern und den politischen Diskurs vor Ort mitzugestalten.“

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222-10109 Vortragsreihe Schleswig-Holsteinische Universitäts-Gesellschaft SHUG Bedeutung des Pflanzenschutzes für die Welternährung

Die Weltbevölkerung nimmt im Jahr 2000 von 6 Milliarden auf 8 Milliarden in 2025 und 9,2 Milliarden in 2050 zu. Gleichzeitig wird das verfügbare Ackerland pro Kopf aufgrund begrenzter Anbauflächen und einer stetig wachsenden Weltbevölkerung dramatisch abnehmen. Der Sektor Landwirtschaft ist die Grundlage für den Wohlstand unserer Zeit. Der Anspruch auf eine ausreichende Nahrungsversorgung wird zu den größten Herausforderungen der nächsten 100 Jahren zählen. Die Landwirtschaft wird zukünftig nicht mehr nur für die Nahrungsmittelversorgung zuständig sein, sondern auch Rohstoffnachfrage und Energieversorgung befriedigen müssen. Insgesamt resultiert eine erhöhte Konkurrenz der Anbauflächen um Nahrung, Futter, Bioenergiepflanzen und Faser. Die Herausforderungen an die praktische Landwirtschaft sind gestiegen. Dies trifft in besonderem Maße für den Pflanzenschutz als bedeutenden „Produktionsmittelfaktor“ zu. Die Gesunderhaltung von Pflanzen ist erklärtes Ziel der Phytomedizin. Im Besonderen gilt es eine wirtschaftlich und ökologisch verantwortliche Erzeugung von Nahrungsmitteln in ausreichender Menge und hoher Qualität sicherzustellen. Pflanzenschutz dient primär der Sicherung des genetisch fixierten Ertragspotentials von Kulturpflanzen vor Schadorganismen wie Viren, Bakterien, Pilzen, Schadtieren und Unkräutern. Er dient damit der Verhütung solcher Schäden und stellt somit eigentlich kein Mittel zur Steigerung, sondern zur Sicherung der Erträge dar. Er liefert damit allerdings einen wesentlichen Beitrag zur Ertragshöhe. Am Beispiel von Weizen, welcher neben Reis für die menschliche Ernährung die wichtigste Hauptkultur darstellt, sei die Bedeutung des Pflanzenschutzes für die Welternährung dokumentiert. Die weltweite Weizenproduktion würde bei völligen Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz 413 Mill. t betragen, was 49,6% einer erreichbaren Ertragsleistung entsprechen würde. Die weltweite Sicherung der Weizenproduktion durch aktuelle Pflanzenschutzmaßnahmen beläuft sich auf 183 Mill. t bzw. 22% einer erreichbaren Produktionsleistung. Dennoch erreichen die trotz Pflanzenschutzmaßnahmen eingetretenen jährlichen Ertragsverluste ein Volumen von 238 Mill. t. Anders ausgedrückt gehen jährlich trotz Pflanzenschutzmaßnahmen 29% einer erreichbaren Produktionsleistung durch Schadwirkungen von Pathogenen (10%), Viren (2%), Schadtieren (8%) und Unkräutern (9%) auf dem Feld bzw. im Lager verloren. Zwischen den Anbauregionen bestehen deutliche Unterschiede hinsichtlich der Effizienz zur Sicherung von Produktionsleistungen durch Pflanzenschutz und dementsprechend deutliche Unterschiede von Ertragsverlusten trotz aktueller Pflanzenschutzmaßnahmen. Die mittlere Effektivität aller Pflanzenschutzmaßnahmen im weltweiten Weizenanbau liegt bei 43%. Die Heterogenität zwischen den Anbauregionen ist erheblich. Heute kann unter Einbeziehung des Pflanzenschutzes auf einer weltweit verfügbaren Anbaufläche von 1,5 Milliarden ha (Ackerland, Dauerkulturen) eine Weltbevölkerung von 6 Milliarden Menschen ernährt werden. Bei Verzicht von Pflanzenschutz wäre heute bereits eine mehr als doppelt so hohe Gesamtfläche in Höhe von 4 Milliarden ha unter Inkulturnahme sogenannter Grenzflächen (Grünland, Prärie) erforderlich. Ohne Pflanzenschutz wäre in 2025 bei einer Weltbevölkerung von 8 Milliarden Menschen ein zusätzlicher Flächenbedarf von insgesamt 5,9 Milliarden ha erforderlich, welcher eine erweiterte Inkulturnahme von Grenzflächen (Wald, Steppe) erforderlich machen würde. Entscheidend ist, dass die Landwirtschaft sich der modernsten Instrumente einer innovativen Pflanzenproduktion bedient. Forschung und Innovation sind der Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderungen der Neuen Agrarwirtschaft.
Bezahlung: Mit der Bitte um vorherige Anmeldung über die VHS-Website. Zahlung des Eintritts dann bitte in Bar an der Abendkasse. Gäste zahlen 5.- Euro Eintritt je Vortrag an der Abendkasse.
Vortragsreihe der Schleswig-Holsteinische Universitäts-Gesellschaft SHUG in Zusammenarbeit mit der VHS Bargteheide.

Kursort

Stadthaus, Raum 6 / Saal

Am Markt 4
22941 Bargteheide


Termine

Datum
1. Termin am 19.01.2023
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Ort: Am Markt 4, Stadthaus, Raum 6 / Saal